Altheim bis Ober-Klingen – Radeln und staunen am Fuße des Vulkans

Ober-Klingen_Radtour_Collage

Jede Menge zu entdecken gibt es auf der rund 15 Kilometer langen Radtour von Altheim nach Ober-Klingen. Als Belohnung wartet ein selbstgemachter Kuchen im Bauernhofcafé Grünewalds. Gestartet wird an der Sport- und Kulturhalle Altheim, die direkt an der B26 zwischen Darmstadt und Aschaffenburg liegt. Von hier aus geht es am Sportplatz vorbei über den Feldweg in den Wald in Richtung des Groß-Umstädter Stadtteils Semd. Es geht immer geradeaus bis zur vorletzten Möglichkeit, bevor der Waldweg auf die B45 stößt. Hier wird links abgebogen und nach kurzer Zeit geraten die Radler auf die lichte Schneise zwischen Altheim und Semd. Hier ist sie auch schon ausgeschildert: „Die längste Bank der Welt“! Auf der Schneise, dem Semder Wiesengrund, wird nach rechts Richtung Semd weitergeradelt und kurz vor der Überführung über die B45 kann die erste Verschnaufpause auf der längsten aus einem Stamm gefertigten Bank eingelegt werden. Die 31,33 Meter lange Sitzgelegenheit aus einer Douglasie aus dem heimischen Wald wurde 2004 errichtet. Auf einer Informationstafel ist ausführlich dokumentiert, mit welchem immensen Aufwand das wuchtige Teil zurechtgesägt und aufgestellt wurde.

Weiter geht die Fahrt nach Semd und von dort entlang des Bächleins „Semme“ Richtung Habitzheim. Von dem schönen Radweg aus ist der Blick frei auf den Otzberg, der den restlichen Weg nun immer mal linker Hand zu sehen sein müsste. Mit einem „Herzlich Willkommen“-Schild werden die Radfahrer am Habitzheimer Ortseingang begrüßt. Am Ende des Radwegs stoßen sie auf die Langgasse (L3413). Hier geht es rechts zum Ortskern mit der Evangelischen Kirche und den hübschen Fachwerkhäuschen. Etwas nach hinten versetzt kennzeichnet ein langer Schornstein mit einer Storchennest-Vorrichtung das „Hofgut Habitzheim„, welches einen Abstecher wert ist. Es beinhaltet einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb und eine Kunstschmiede. Die historisch, ritterlich anmutenden Räume können für Festivitäten gemietet werden. Zudem bietet das Hofgut Übernachtungsmöglichkeiten.

Zurück auf der Langgasse kennzeichnet ein Brunnen mit dem Ortswappen den Eingang zum „Alten Weg“. Ihn gilt es entlang zu fahren, wieder mit der „Semme“ an der Seite. Von ihr trennt man sich nur kurz, um die Bahnlinie Wiebelsbach-Reinheim zu unterqueren. Es gibt einen kleinen Tunnel für Fußgänger und Radfahrer. Kurz darauf muss die Reinheimer Straße überquert werden, um den steil ansteigenden Weg zur Heydenmühle zu erreichen. Von hier aus scheint die Veste Otzberg zum Greifen nahe. In der Heydenmühle leben Menschen mit und ohne Behinderung zusammen, die gemeinsam Landwirtschaft betreiben und künstlerisch tätig sind. In der Mühle finden auch regelmäßig vielseitige Kulturveranstaltungen statt. Das Programm ist der Homepage zu entnehmen. Immer am 1. Mai findet der Tag der offenen Tür mit einem Fest statt. Zudem kann der 500qm große Kräutergarten mit rund 200 verschiedenen Heilpflanzen besichtigt werden. Hierzu werden verschiedene Seminare angeboten.

Am Kräutergarten der Heydenmühle vorbei führt der Weg nach Nieder-Klingen. Zuvor können Störche von der Storchenbank aus beobachtet werden, falls gerade Brutsaison ist. Aber auch so dient das Bänkchen ausgezeichnet zum Sonne tanken. Am Ortseingang von Nieder-Klingen liegt idyllisch der kleine Dorfweiher. Die Radtour führt durch den Ort zum Hof Storkenmühle. Hier grasen Schafe und an Ostern tapsen viele kleine Lämmer ihren Müttern hinterher. Vorbei an den Streuobstwiesen ist es nun nicht mehr weit bis zum „Bauernhofcafé Grünewalds“ in Ober-Klingen, auf welches man automatisch stößt, wenn man dem Bächlein weiter folgt. An schönen Tagen ist es hier gut besucht. Aber durch die große Anzahl an Sitzplätzen im Hof oder im Inneren des Cafés, findet bestimmt jeder ein Plätzchen. Es gibt frischen, selbstgebackenen Kuchen oder herzhafte, kalte Küche aus eigener Herstellung. Abends ab 18 Uhr werden warme, saisonale Speisen angeboten. Im eigenen Hofladen gibt es hausgemachte Wurst und selbstgemachte Schnäpse oder Liköre zu kaufen. Außerdem kann frisches Brot, etwas Obst und Gemüse und diverse Wohnaccessoires erstanden werden. Vor Weihnachten und Ostern wird die Scheune geöffnet, die dann prall gefüllt ist mit entsprechenden Dekoartikeln.

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Gut gestärkt und ausgeruht kann entweder die Heimreise auf dem gleichen Weg zurück angetreten werden. Wem das noch nicht anstrengend genug war, kann noch den steilen Anstieg zur Veste Otzberg in Angriff nehmen, von wo der sportliche Radler bei klarem Wetter mit einem Blick bis nach Frankfurt und in den Taunus hinein belohnt wird.